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Mops-Kunst PugArt
Inhaltsverzeichnis
Allgemeinmedizin
Augenerkrankungen
Belastungstest Mops
Bewegungsapparat
Ernährung
Gynäkologie
Hauterkrankungen
Infektionsmedizin
Mikrobiologie
Molekularmedizin
Mycoplasmose
Oxphos-Erkrankungen
Röntgenbilder Pugnax
ZNS und PNS
Zuchtphilosophie
Gynäkologie Mopszucht

Gynäkologie

In diesem Kapitel wird der Geschlechtsapparat des Hundes dokumentiert, wobei vor allem auf die Fortpflanzung, die gesunde Keimflora der caninen Geschlechtsorgane, Fruchtbarkeitsstörungen des Hundes, Kastration, Trächtigkeit und Geburt eingegangen wird.

Verweis : Klinikmaterial

für Österreich : https://www.vetmeduni.ac.at/geburtshilfe-gynaekologie-und-andrologie/

um Mitarbeit von med. Institutionen wird dringend gebeten. Entsprechende Verbindungen zu Ihren Einrichtungen werden selbstverständlich bei Bekanntgabe hergestellt und würde ich sehr um unverbindliche Mithilfe danken.



Reproduktionsmedizin

Dokumentation in Zusammenarbeit : Tzt. Wolfgang Klammbauer, Rosemarie Zacharias



RÜDE :


Die Testikel sind am 3. Lebenstag post partem endgültig in das Skrotum abgestiegen. Kommt es hier zu Verzögerungen kann von einer erblichen Disposition oder einem entzündlichen Geschehen unbedingt ausgegangen werden. Die Spermien werden in den Samenkanälchen der Testikel produziert. Die Vorläufer der Spermien, die Spermatogonien produzieren in mitotischer Teilung die Spermatozyten, die wiederum eine meiotische Teilung durchlaufen. Der normale Chromosomensatz des Hundes beträgt 78 Chromosomen. Während der meiotischen Teilung wird diese Zahl auf 39 halbiert, wobei das von den Elterntieren stammende Erbgut gründlich durchmischt wird. Diese nun haploiden Spermatiden durchlaufen eine komplizierte Umstrukturierung der Zellorgane und werden zu den Spermien. Aus dem Zellkern wird der Spermienkopf, aus dem Golgi-Apparat entsteht das Mittelstück, das Akrosom und der Schwanz wird nun aus den Mitochondrien und Zentriolen gebildet. Beim Rüden setzt die Spermatogenese im Alter von 4 Monaten ein. In dieser frühen Phase kann der Rüde allerdings noch keine befruchtungsfähigen Spermien freigeben. Nach mikroskopischen Untersuchungen sieht man nicht vor dem 10. Lebensmonat befruchtungsfähige Spermien im Ejakulat. Befruchtungsfähige Spermien werden allgemein, gleichgültig welche Rasse, nicht vor dem 12. Lebensmonat im Ejakulat zu finden sein.

Während des Spermientransportes von den Samenkanälchen in den Nebenhodenkopf sind die Spermien noch nicht befruchtungsfähig. Sie sind unreif und könnten so niemals die Außenhülle der weiblichen Eizelle durchbrechen. Diese unreifen Spermien tragen im Halsbereich noch ein Restzytoplasma in Form eines Tröpfchens. Während nun die Spermien durch den Nebenhoden transportiert werden, reifen sie heran und verlieren das Protoplasmatröpfchen am Halsteil. Die Spermien sind mit Eintritt in den Ductus deferens als reif zu betrachten. Während der Ejakulation werden die Spermien aktiv durch den Ductus deferens in die Urethra befördert. Man kann die abgestoßenen Protoplasmatröpfen gesondet im Ejakulat erkennen. Der gesamte Reifeprozess eines Spermiums von seiner mitotischen Teilung bis zur befruchtungsfähigen Spermie dauert 8 Wochen. Davon reifen die Spermien ca. 14 Tage im Nebenhodenkopf heran.

Während der Spermatogenese können Fehler im Reifungsprozess der Spermien entstehen. Es können zufällige Fehler sein, genetisch bedingte Aberationen oder häufiger, Veränderungen entzündlicher Natur, auf die in der Keimflora des Hundes noch näher eingegangen wird.

Der Rüde ejakuliert in 3 Phasen :
Die erste Fraktion gibt der Rüde während der ersten Stimulanz, bzw. der ersten sexuellen Erregung frei und diese Fraktion besteht aus Prostata-Flüssigkeit und ihr Volumen beträgt ca. 0,5 ml. Diese Fraktion reinigt die Harnröhre des Rüden und bereitet eine Gleitfähigkeit zur Einführung des Penis in die Scheide der Hündin. In dieser Phase ist der Penis des Rüden nur mäßig erregiert und der Rüde dringt unmittelbar nach oder während der Abgabe dieses 1. Ejakulates unter Hilfe des Penisknochen in die Scheide der Hündin ein. Sobald der Rüde vollkommen in die Scheide eingedrungen ist, schwillt der Bulbus glandis am hinteren Teil der langen Eichel des Rüden vollkommen an und bildet eine dauerhafte Verknotung mit der Scheide der Hündin, sodaß eine Trennung der Tiere in diesem Zustand nicht möglich ist. Während der Rüde in die Hündin eindringt, sucht er seinen Weg unter starken Friktionsbewegungen. Mit Anschwellen der Bulbus glandis werden diese Bewegungen wesentlich sanfter und erst unmittelbar hienach, direkt nach der Ausbildung der Verknotung, ejakuliert der Rüde die zweite, sehr spermienreiche Fraktion im Volumen von 0,5 bis 1 ml. Dieses Spermienejakulat wird in der vorderen Hälfte der Vagina deponiert. Erst danach dreht der Rüde instinktiv ab, indem er seine Vorderläufe von der Umklammerung des Hündinnentorso löst und vorne absteigt. Hienach dreht sich der Rüde um ca. 180 Grad und beide Tiere sehen in die entgegengesetzten Richtungen. In diesem Zustand können die Tiere nicht voneinander gelöst werden, ohne dass es zu Verletzungen, Bruch des Penisknochen etc.., käme. Allerdings kann der Rüde in diesem Zustand sehr wohl von sich aus sein Freikommen steuern. Bei Erkennen von Gefahren erlischt die Erektion spontan und die Tiere kommen frei. In aller Regen bleiben die beiden Hunde so für einige Zeit verknotet und der Rüde ejakuliert nun in mehreren Phasen die dritte Fraktion, die aus Prostata-Flüssigkeit besteht. Diese dritte Ejakulation dient dem Zweck, die im vorderen Teil der Vagina zuvor deponierten Spermien inuteri einzuschwemmen, da Rüdenspermien, anders als die vieler Säugetiere, nicht richtungsorientiert der Eizelle zuschwimmen, sondern willkürlich. Die Menge dieses Ejakulates hängt von der Dauer des Hängens ab. Der Rüde gibt diese Fraktion in mehreren Schüben frei und macht inzwischen immer kurze Pausen. Das Gesamtvolumen während eines natürlichen Deckaktes beträgt zwischen 3 bis ca. 20 ml. Diese dritte Fraktion wirkt sich nicht immer günstig auf die Befruchtungsfähigkeit der Spermien aus. Spermien, die in vitro in Prostataflüssigkeit gegeben wurden, waren weniger lebensfähig als Spermien, die in vitro in Samenverdünner infundiert wurden. Die Ursache hiefür ist ungeklärt. Die Zeitdauer eines Hängens kann 10 Minuten bis max. 2 Stunden betragen. Diese lange Hängezeit hatte ich einst bei einem E. Bulldog. Allgemein dauert der natürliche Decktakt ca. 15 Minuten. Mit Beendigung des 3. Ejakulates schwillt die Bulbus glandis ab und der Rüde kommt frei.

Beurteilung des Rüdenjekulates :
Ein gesundes Ejakulat enthält eine Spermiengesamtzahl von mehr als 100.000 Spermien und reicht dies zur Befruchtung der Hündin im allgemeinen aus. Ein Rüdenejakulat kann nicht zur Befruchtung mehrerer Hündinnen, wie z.B. beim Rind, herangezogen werden, da die Spermien des Rüden sich nicht auf die weibliche Eizelle orientierend in der Hündin fortbewegen. Somit muß die gesamte, zur Verfügung stehende, Menge zur Verwendung nur einer Hündin herangezogen werden. Das spermienreiche 2. Ejakulat wird für die Auszählung der Samenzellen mit Leitungswasser im Verhältnis 1 : 200 verdünnt. Man verwendet deshalb einfach Leitungswasser, da die Rüdenspermien darin sofort absterben, jedoch erkennbar bleiben und dies die Auszählung somit einfach ermöglicht. Zur Auszählung wird ein Zählkammergitter verwendet und der Spermieninhalt aus 5 Quadraten mit 10.000 multipliziert. Diese Zahl entspricht dann der Spermienzahl pro 1 mm⊃3; Spermienejakulat. Moderne Labormikroskope für die Fortpflanzung zählen die Spermiendichte bereits automatisch und erleichtern somit wesentlich die Arbeit für die künstliche Befruchtung. Eine Samenzählung zur Gesamtbeurteilung ist nicht unbedingt notwendig, wenn keine Fruchtbarkeitsstörungen des Rüden bekannt sind, der Reproduktionsmediziner über ausreichende Erfahrung bezüglich Samenbeurteilung zurückgreift und auch eine Insemination inuteri durchgeführt wird.
Ein gesundes Rüdenejakulat enthält aber nicht nur mehr als 100.000 Spermien in der 2. Fraktion, sondern auch die Zahl der gesunden, beweglichen und somit befruchtungsfähigen Spermien muß gegeben sein. Auch der Hintergrund, die Prostataflüssigkeit, ist im wesentlichen zur Beurteilung heranzuziehen. Verunreinigungen dieser Nährflüssigkeit, die die Prostataflüssigkeit ja darstellt, sollten nicht vorhanden sein. Unter Verunreinigungen verstehen wir die Anwesenheit von Entzündungszellen, wie Neutros, Monozyten und Makrophagen, die auf das Vorhandensein von pathogenen Bakterien, Pilzen oder Viren hinweisen, sowie entartete Zellen, die von möglichen Neoplasien abgeschilfert wurden, wie Veränderungen in der Prostata - konnte ich unlängst in einem gewonnenen Rüdenejakulat erkennen und erhärtete sich dieser Verdacht danach via Ultraschall. Solche Ejakulate sind nicht in Hündinnen zu infundieren bzw. solche Rüden nicht zur Zucht zu verwenden.



Unsere Warnung nach langjähriger praktischer Erfahrung auf dem Gebiet der Reproduktion :
Vereinzelt kommen immer wieder Spermien in Hundeejakulaten mit Mißbildungen vor. Fällt der Anteil an mißgebildeten Spermien auf, vor allem die Anzahl der schweren Mißbildungen, wie doppelter Kopf, doppeltes Mittelstück, Schwanzmißbildungen, sollte der Rüde unbedingt aus der Zucht genommen werden. So ein Rüde vererbt mit großer Wahrscheinlichkeit Mangelfruchtbarkeit. Auch Entzündungen der Gonaden können mißgebildetge Spermien verursachen. Auch solche Rüden sind aus der Zucht zu nehmen. Bei der Samenbeurteilung ist auch das Alter des Rüden von entscheidender Bedeutung. Ein junger Rüde, ab 12 Monaten, sollte kaum Samenmißbildungen aufzeigen, bei sehr alten Rüden kann die Zahl der deformierten Spermien analog zum Alter anteilsmäßig steigen. Dies ist bei einer Zuchtauslese auf Fruchtbarbkeit zu beachten. Eine zu geringe Spermienanzahl kommt ebenfalls sehr oft vor. Hier sind mehrere Kriterien zu berücksichtigen : das Alter des Rüden, wie oft der Rüde für die Zucht verwendet wird, ob Erkrankungen oder Medikationen vorliegen, ob der Rüde ängstlich oder aufgeregt ist. Ein Rüde kann sogar vollkommen spermienfreie Ejekulate abgeben und dennoch hoch fruchtbar sein, aus dem Grund, da der Rüde seine Fraktionen steuern kann. Der Rüde kann das 2. Ejakulat verhalten und sofort zum 3. übergehen. In einem solchen Falle kann am selben Tage eine zweite Samenentnahme durchgeführt werden und der Rüde wird danach auch eine fruchtbare Fraktion liefern. Fällt ein Rüde durch gehäufte Ejakulate mit verminderter Spermienzahl auf und liegen keine erkennbaren Gründe dafür vor, ist er dringend aus der Zucht zu nehmen, wenn neben der Gesundheit auch die Fruchtbarkeit der Zuchtlinie zum Auswahlkriterium des Züchters gehört und das sollte sie !





HÜNDIN :


Eine Hündin kommt in aller Regel zwischen dem 6. und 14. Lebensmonat zum ersten Mal in die Hitze. Bei den meisten Hunderassen wird die erste Läufigkeit ca. im Alter von 8 Monaten stattfinden. Die Läufigkeitsintervalle sind von verschiedenen Faktoren abhängig, wie Status der Hündin im Rudel, andere läufige Hündinnen, Alter der Hündin, Fütterung, Gesundheit, die Intervalle können auch rassespezifisch sein. So werden Hündinnen normalerweise alle 5 1/2 Monate läufig, bei einigen Rassen nur alle 12 Monate. Aber auch in den einzelnen Rassen gibt es große Unterschiede. Ein Wildhund wird einmal im Jahr läufig und die Fortpflanzung orientiert sich hier am Nahrungsangebot und den Witterungsverhältnissen. Der Haushund hat diese Eigenschaften schon lange abgelegt, aber dennoch gibt es urstämmige Rassen, die nur im Frühjahr Welpen aufziehen. Bei unseren Hunderassen ist der Zeitpunkt der Aufzucht gleichgültig, da ohnedies das gesamte Jahr über das Nahrungsangebot vom menschlichen Betreuer optimal zu gestalten ist. Welpen sollten immer in menschlicher Nähe aufwachsen bzw. Unterbringung im Haus gewährleistet sein. Damit fallen die Kriterien, nach denen sich Wildhunde zu richten haben, um eine erfolgreiche Fortplanzung überhaupt abzusichern, beim Haushund weg. Auf die Gesundheit, das Wachstum, den Charakter hat bei Haushunden eine Sommer- oder Winteraufzucht keinen Einfluß.

Die Frage, in welchem Alter eine Hündin erstmals zur Zucht herangezogen werden kann, hängt vom körperlichen, wie psychischen Reifestadium der Hündin ab und auch von der Rasse. Bei Rassen, die für Schwergeburten bekannt sind, wäre einer früheren Läufigkeit einer späteren unbedingt der Vorzug zu geben, da sich das jugendliche Becken unter dem Einfluß von Relaxin noch erheblich, bis zu einem Zentimeter Durchmesser, weiten kann und diese Dehnung erhalten bleibt, während ein bereits verknöchertes Becken sich nicht mehr dehnt. Der Mops sollte lt. Standard ein sehr geräumiges Becken aufweisen, sodaß auch ein älterer Primiparer dieser Rasse normalerweise auch eine sehr leichte Geburt absolvieren wird. Das Geburtsgewicht beim Mops liegt zwischen 90 und 180 g. Treten in Würfen mit normaler Welpenzahl schwerere Neonaten auf, ist dies unbedingt zu beobachten und kein Vorteil für die Geburten und die betroffene Zuchtlinie, sofern die Zuchttiere Standardgewicht aufweisen. Ein Neonat mit rasseüblichem Geburtsgewicht ist adult genauso entwickelt, wie ein Neonat der über dem durchschnittlichen Geburtsgewicht der Rasse liegt. Ausnahmen stellen sehr kleine Würfe dar und Einlinge, da diese in der Regel über dem Neonaten-Durchschnittsgewicht zu finden sind.

Die Hündin durchläuft während ihres Zyklus 4 Phasen, die für die Fortpflanzung bedeutsam sind :

1. Anöstrus



Der Anöstrus ist jene Zeit, in der die Hündin nicht fortpflanzungsfähig ist. Für eine Zuchthündin ist diese Zeit dennoch für ihre Reproduktion von großer Bedeutung, da ihrer Haltung auch vor allem in dieser Ruhezeit besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden muß. Dies betrifft sowohl die Fütterung, ihre tägliche Bewegung und auch ist es die Zeit für die Kontrollen der Zuchthygiene. Vor einer in Hinkunft geplanten Paarung ist nun der Zeitpunkt erstmalig gegeben, die Keimflora der Hündin zu prüfen. Zu Beginn der Läufigkeit ist nochmals die Keimflora zu in entsprechenden Labors zu untersuchen und erst ab Erhalt einer gesunden Befundung der Deckakt unter Vorlage aller Untersuchungsatteste zu vollziehen. Dies gilt selbstverständlich auch für den Halter des Deckrüden.




Proöstrus :



Vaginalzytologie : Basalzellen und erste Parabasalzellen finden sich im Bild. Mit zunehmenden Proöstrus steigt die Anzahl der parabasalen Zellen.



Hündin im Proöstrus 



Die Vulva beginnt zu schwellen, die Hündin verliert erste rote Blutströpfchen.

Gegen Ende des Proöstrus ist die Anzahl der abgeschilferten Schleimhautzellen des vaginalen Epitheles stark erhöht. Je nach Färbemethode sind Erythrozyten, Leukozyten und u.U. Bakterien bereits am Ende des Proöstrus zu erkennen. Der Proöstrus dauert im allgemeinen 9 Tage, wobei der Beginn des Proöstrus für den laienhaften Hundehalter nicht immer erkennbar ist.



Östrus :


Der Östrus dauert ebenfalls ca. 9 Tage. Gegen Ende des Prööstrus liegen die abgeschilferten vaginalen Schleimhautzellen plan im Bild. Es sind in aller Regel keine Basalzellen mehr zu erkennen. Die überwiegende Mehrzahl der Zellen besteht aus parabasalen und intermediären Zellen. Zu Beginn des Östrus sollten keine Leukozyten mehr im Bild aufscheinen. Der Hintergrund des vaginalzytologischen Abstriches ist mit Bakterien verunreinigt, die bei einer gesunden Hündin zur gesunden Schleimhautflora, Keimflora des Hundes , gehören, somit zum Immunsystem des Hundes.





links im Bild erkennt man eine parabasale Zelle, rechts bereits die typische intermediäre Zelle des im späten Proöstrus, bzw. frühen Östrus befindlichen, vaginalen Epitheles.

Mit der Beobachtung der vaginalzytologischen Veränderung mißt man sehr exakt den steigenden Östrogenspiegel der Hündin. Die Ovulation wird mit Erreichen des Östrogenhöchststandes ausgelöst. Ca. 24 bis 48 Stunden nach Beginn des Östrus ändert sich das vaginale Bild der Epithelzellen rigoros. Waren die Zellen am Ende des Proöstrus plan und noch mit Nuklei erkennbar, sehen wir großer, kernlose Zellcluster nun im Bild des Östrogenhochstandes. In einem gesunden Abstrich sind nun die Leukozyten gewichen und Bakterien kaum erkennbar. Der Hintergrund des Abstriches, dem ebenfalls große Bedeutung bezüglich einer Konzeptionsbereitschaft zukommt, wird nun absolut sauber. Es wird allgemein geraten die Besamung bzw. den geplanten Deckakt jetzt vorzunehmen. Nach meiner Erfahrung ist dieser Zeitpunkt jedoch etwas verfrüht, da die eigentliche Ovulation wiederum ca. 24 Stunden nach Östrogenhochstand, also nach diesem eben beschriebenen vaginalzytologischen Bild erfolgt. Die danach freigegebenen Eizellen durchwandern eine weitere Reifung, wobei auch hier eine mitotische und meiotische Teilung erfolgen muß, damit eine befruchtungsfähige Eizelle entstehen kann. Während dieser Reifezeit wandern die Eizellen in den Eileitern abwärts und erreichen nach ca. 48 bis 72 Stunden post ovulationem den Sphinxter im Eileiter, wo die Befruchtungen stattfinden. Auch die Spermien des Rüden gelangen erst Stunden post ejakulationem in die Eileiter der Hündin. Die Spermien eines gesunden Rüden bleiben in der Regel ca. 3 Tage in der Hündin befruchtungsfähig.



Intermediäre Zellen - mit sich auflösendem Nuklei und reichlich Bakterien im Hintergrund des Abstriches



Scholle - superfiziale Vaginalepithelzelle 



Die Superfizialzellen sind tote abgeschilferte Schleimhautzellen des vorderen Vaginalbereiches, deren Nuklei sich bereits vollkommen aufgelöst haben. Diese Zellen bezeichnet man auch als Schollen. Im Östrus beherrschen die Schollen das Bild des Abstriches. Der Eisprung hat unmittelbar stattgefunden, wenn alle Zellen im Bild superfizial sind, die Schollen sich zu riesigen Cluster vereint haben, die Ränder des Clusters nicht mehr von Intermediärzellen gesäumt werden, der Hintergrund absolut sauber erscheint

optimum breeding time

Eine Wiederholung des Deckaktes bei ausreichender Spermieninfundierung ist hier nicht mehr nötig. Ca. 48 Stunden nach diesem Bild und gleichzeitig erfolgter Insemination inuteri erfolgen die ersten Verschmelzungen zwischen Ei- und Samenzellen. 63 Tage ab genau diesem Clustering-Effekt von ausschießlich superfizialen Zellen mit Besamung just in this time wird die Hündin die Geburt eröffnen.

Diese Abbildungen zeigten die Auswertungen eines gesunden Abstriches einer fruchtbaren Hündin.

Die Vaginalzytologie ist ein Messinstrument für den Östrogenspiegel, eine Methode zur exakten Einschätzung des Ovulationszeitpunktes und kann zur Diagnostik aber auch für Fruchtbarkeitsstörungen, Infektionen und Neoplasien des genitalen Apparates der Hündin herangezogen werden.



Östrus - Duldungsreflex 



Wenige Stunden vor dem Östrogenhochstand zeigt die psychisch gesunde Hündin eindeutig den oben abgebildeten Duldungsreflex. Die Vulva ist hier noch hgr geschwollen. Ab Ovulation beginnt die Vulva leicht abzuschwellen und es bilden sich kleine Fältchen am unteren äußeren Teil. Das vaginale Epithel wird trocken bis pelzig aufgrund der Abschilferung der Zellen. Im späteren Östrus findet man im mikroskopischen Bild zerissene Schollen und mit Zelldetritus verunreinigtem Hintergrund. Der Beginn der Abzeichnung von Schlieren weist auf ein Absinken des Östrogenspiegels und Anbindung von Progesteron hin. Innerhalb der kommenden 24 bis 48 Stunden ändert sich das vaginale Bild wiederum und am Rande der Cluster treten die ersten basalen Zellen mit großen Nuklei wieder auf. In den folgenden Tagen verkleinern sich die Cluster und an ihre Stelle treten Wolken von Schlieren, Basalzellen und einige, sehr wenige Neutrophile Ganulozyten.



Im frühen Metöstrus treten die basalen und noch einige intermediäre Zellen in Gruppen und kleinen Cluster auf. In den kommenden Wochen geht das vaginale Bild des Metöstrus langsam in den Anöstrus über, der wieder durch wenige Zellen, die ausschließlich basal sind, meist plan oder in kleinen Gruppen liegen, über. Eine mögliche Gravidität läßt sich vaginalzytologisch nicht bestimmen. Diese Methode dient ausschließlich der exakten Decktagsbestimmung und der Fertilitätskontrolle der Hündin.



Keimflora des Hundes

in der gesunden Keimflora des Hundes findet man verschiedene Bakterien, die das Immunsystem (das auch bei anderen Spezies einschließlich dem Menschen) insoferne absichern, dass sie einerseits als Platzhalter dienen, damit Pathogene hier keinen Raum zu ihrer Verbreitung vorfinden, wie auch Bakterien, die andere Bakterien, eben vorerst pathogene Keime, zerstören. Diese gesunde und lebensnotwendige Keimflora besiedelt nicht lediglich das Verdauungssystem, die Haut, auch die Schleimhaut des Hundes.

Im caninen Geschlechtsapparat finden wir immer wieder Bakterien, die zu den Gruppen der Staphylokokken, Streptokokken und Coli-Bakterien gehören vorrangig. Besonders häufig treffen wir daher nachstehende Apathogene immer wieder im Vorfeld an :

Staphylococcus Chromogenes (nicht koagulierend, nicht hämulisierend);
Staphylococcus Pseudintermedius (von der Haut aus den vord. Teil der Vagina besiedelnd);
Streptococcus (nicht hämolysierend);
Escherichia Coli (nicht hämolysierend);
Lactococcus Lacti spp. Lacti (Milchsäurebakterium);
daneben treten vor allem bei sehr jungen Hunden immer wieder Besiedler des Erdbodens, der Wiesen auch auf den juvenilen, caninen Schleimhäuten auf. Diese Bakterien sind hier allerdings nur kurzfristig zu beobachten, schaden dem Hund nicht und trainieren sein Immunsystem zur korrekten Reaktion. Würden diese Bakterien der freien Natur den Junghund fehlen, kann es zur Ausbildung von Allergien - ungewollten Fehlreaktionen der immunen Abwehr, kommen. Das könnte einer der Gründe sein, warum Hunde aus Großstädten weitaus öfter an Allergien leiden, als Hunde aus ländlichen Gebieten. Neonaten übernehmen während der Geburt und sehr rasch ante partem die Keimflora der Mutterhündin. Die gesunde Keimflora spielt somit eine wichtige Rolle, auch in der Reproduktion und hier ebenso für das entstehende, neue Leben und dessen künftige Gesundheit.



Zuchthygiene

Zu den hoch pathogenen Keimen, die an untersuchten Hunden vor allem aus Ballungszentren immer wieder vorgefunden werden gehören nachstehende Erreger :

hämolysierende Escherichia Coli (ein Subtyp gilt hier auch als Geschlechtskrankheit der Hunde);
alpha-hämolysierende Streptokokken;
ß-hämolysierende Streptokokken;
ß-häm. Streptococcus Canis (Seuche);
Staphylococcus aureus;
Staphylococcus Pseudintermedius (nur pathogen bei geschwächtem Immunsystem);
Pasteurella Multozida;
Pseudomonas aeruginosa;
Proteus mirabilis (Seuche);
Bordetella Bronchiseptica;
Klebsiella (opportunistisch pathogen beim Hund);
Campylobacter;
Enterobacter spp (teilpathogen beim Hund);
Mycoplasma Canis - ein Bakterium stellt sich vor : (schwere Hundeseuche);
Mycoplasma Kynos u. Canis - Infektionen (schwere Hundeseuche);
Bruzella Canis (schwere Hundeseuche, Maltafieber);

daneben werden bei Hunden aus Ballungszentren auch Genitalviren gefunden, wovon das 'Canine Genital-Herpes' zum seuchenhaften Welpensterben führt - Prognose immer infaust.

Die Erreger der schweren Seuchen, wie Bruzella Canis, können mit Titernachweis sehr einfach ermittelt bzw. ausgeschlossen werden. Dies gelingt auch einfach beim Caninen Herpes bzw. hier auch mittels polemerase Kettenreaktion - PCR. Mykoplasmen wiederum können direkt auf der Rachenschleimhaut des Hundes ermittelt werden bzw. bei infizierten Rüden hgr direkt im Spermienejakulat, da diese Hunde als Dauerausscheider lebenslang fungieren. Beim Nachweis von Mykoplasma Canis, Kynos und Bruzellose ist die Kastration das einzige Mittel der Wahl. Eine erfolgreiche Behandlung gelingt nicht !!! Damit kontaminierte Tiere sind lebenslang von anderen Tieren und Menschen fern zu halten. Ein Nachweis für die Freiheit dieser Erreger ist für die Zucht unabdinglich und im Sinne der Seuchenverhinderung verpflichtend. Erreger, wie Bruzellen und Mykoplasmen, leben direkt in der Wirtszelle und sind mit Abiosen daher nicht erreichbar. Abiosen führen hier außerdem unweigerlich zur Resistenz bis Multiresistenz anderer, den Organismus besiedelnder, Bakterien. Antibiosen bei den restlichen obigen Bakterien sind, wenn überhaupt, ausschließlich nur nach vorliegendem Antibiogramm durchzuführen. In erster Linie sind Abiosen zu vermeiden und statt dessen das Immunsystem des Tieres zu forcieren !



Vaginalzytologie : Genitalinfektion 



Obiges Bild zeigt eine schwere Infektion im Genitalbereich der Hündin auf. Neutrophile Granulozyten sind vorherrschend im Bild. Ich habe im Laufe meiner Tätigkeit bei Hilfestellung in der Reproduktion, bzw. bei der Ursachenfindung für Leerbleiben und uterinen Erkrankungen der Hündin Bilder gesehen, in denen Neutros förmlich riesige Nets ausbildeten und das Zellbild vorrangig somit beherrschten. Die gleichzeitige Anwesenheit von Monozyten weist auf ein bereits chronisches Geschehen hin.



Nach meiner Erfahrung ist eine Sanierung eines dermaßen infizierten Uterus nachhaltig nicht mehr durchführbar. Die Erreger können zwar mittels Abiogramm eliminiert werden, dennoch wird sich eine dauerhafte Fertilität nicht mehr ergeben. Eine Pyometra oder bereits eine Endometritis hinterläßt am Endometrium ihre Schäden in Form von Proliferationen und Verdickungen des uterinen Epitheles. Der Nährboden für die Vermehrung anderer Folgekeime ist damit gestellt. Durch die Chronik des Geschehens wird sich unweigerlich eine Nephritis anschließen. Das einzige Mittel der Wahl liegt auch hier in der raschen Kastration, um die Gesundheit und das Leben der Hündin zu retten. Bei Zuchtvorhaben ist sowohl der Hündinnenbesitzer, wie auch der Rüdenbesitzer gleichermaßen verantwortlich, einen gesunden Hund, nicht nur zum Wohle der Nachkommen und Haftung bei verkauften Welpen, sondern auch zum Schutze des Deckpartners, zur Verfügung zu stellen. Die entsprechenden Untersuchungen sind vor Deckakt oder Besamung vorzulegen. Rechtlich : bei Verabsäumung haftet der Hundehalter für alle potentiellen Folgeschäden offen aus. Der Rüdenbesitzer bezahlt in aller Regel die für die Zucht geforderten Untersuchungen, wie auch der Hündinnenbesitzer diese für seine Hündin. Nach Gebrauch des Rüden für den Zuchteinsatz, sofern dieser tauglich, kann der Rüdenbesitzer seine Kosten mit der für den Hündinnenbesitzer verpflichtenden Decktaxe gegenrechnen bzw. aufrechnen und ist hiefür eine vertragliche Basis Voraussetzung. Ein Vertrag kann auch mündlich erfolgen. Auch die anderen geforderten Untersuchungen sind spätestens vor Deckakt gegenseitig vorzuweisen und erhält der Hündinnenbesitzer jeweils die nötigen Kopien der Befunde. Seit Novellierung des TschGesetzes sind die Untersuchungen auch auf Bedacht dessen auszurichten.



Fruchtbarkeitsstörungen

In den drei obigen Kapitel wurden die normalen, gesunden Abläufe von Rüden und Hündin dargestellt und gleichzeitig auch auf Störungen in der Reproduktion, wie Mißbildung von Spermien, Infektionen hingewiesen und veranschaulicht.

Bei einer Paarung sollte in aller Regel mit gesundem Nachwuchs gerechnet werden dürfen. Gründe für Fruchtbarkeitsstörungen kann es sehr viele geben, wobei wir in diesem Kapitel auf die häufigsten hinweisen möchten.

Alter der Zuchthunde :
Ein Rüde kann im allgemeinen frühestens ab vollendetem 12. Lebensmonat zur Zucht herangezogen werden. In diesem zarten Alter ist ein Erfolg aber nicht immer gewährleistet, auch wenn Spermien im Ejakulat bereits nachgewiesen werden. Bei Rassen, die zu den Spätentwicklern gehören, würde ich zu einem Deckeinsatz erst mit vollendetem 2. Lebensjahr raten. Bei der Hündin kann die erste Hitze für eine erfolgreiche Deckung herangezogen werden und ist auch nichts dagegen einzuwenden, wenn die erste Hitze sehr spät eintritt. Es gibt mitunter Hunde, die erst im 2. Lebensjahr erstmals in die Brunft kommen, wenn dies auch eher seltene Ausnahmen bilden. Für die erste Belegung der Hündin ist ihre körperliche, wie psychische Reife zu beachten. Sonst wäre eine Hündin in der Regel ab der ersten Hitze auch fertil. Rüden und Hündinnen haben ihre fruchtbarste Zeit im Alter von 2 bis 6 Jahren, danach sinkt vor allem bei der Hündin die Fruchtbarkeit stetig ab. Ausnahmen sind bekannt und kann eine gesunde, sehr fertile Hündin auch im hohen Alter noch normale Läufigkeitszyklen aufzeigen und Welpen erbringen. Für den Rüden gilt dasselbe, wobei aber auch hier im allgemeinen zu bedenken ist, dass die Spermiendichte und die Qualität zu sinken beginnt. Bei der Hündin ist zu berücksichtigen, dass mit zunehmendem Alter nicht nur die Produktion befruchtungsfähiger Eizellen in ausreichender Zahl absinkt, sondern sich auch die Gegebenheiten inuteri ändern. Das Endometrium verdickt sich im Anschluß an jede Läufigkeit, da jede Hündin ausnahmslos, mehr oder weniger, in eine Pseudoträchtigkeit, auch ungedeckt, anbindet. Aufgrund der hormonellen Gegebenheiten, vor allem aufgrund des Progesteronanstieges post ovulationem verändert sich das Endometrium zunehmend. Dringend abzuraten ist von künstlichen Hormongaben vor allem bei Zuchthunden ! Progesteron kann auch als Läufigkeitsunterdrücker, bzw. zur Verschiebung einer Läufigkeit eingesetzt werden und wirkt sich dies gerade bei der Zuchthündin sehr ungünstig aus, da auch durch künstlich zugeführtes Progesteron das Uterusepithel an Stärke zunimmt. Des weiteren zeichnet Progesteron für Neoplasien, bsonders an der Milchleiste, aber auch im Bereich der Ovarien verantwortlich. Das Endometrium wird also von Hitze zu Hitze dicker. Im Anöstrus gewinnt es wieder annähernd an Normalität, wird aber dennoch nicht mehr so zart in der Beschaffenheit sein, wie bei Hündinnen, die noch keine oder erst wenige Läufigkeiten durchlebt haben. Die zunehmende Stärke des Endometriums wirkt sich nicht günstig auf eine Fruchtbarkeit aus. Auch daher erbringen ältere Hündinnen nicht mehr so große Würfe in der Regel, wie junge. Auch die Abläufe während einer Geburt können auf die nachfolgenden Trächtigkeiten bzw. Deckungen großen Einfluß nehmen. Abgestorbene Embryonen können Proliferationen an den Einnistungsmulden des Endometriums hinterlassen, wie auch Plazenten, die sich verspätet, als erst Stunden post partem ablösen. Somit liegt die größte Fruchtbarkeit bei jungen Tieren, bzw. sinkt ab dem Alter von 6 Jahren normalerweise deutlich ab, vor allem bei der Hündin.

Störungen seitens des Rüden :
Es gibt beim Rüden sehr selten Fruchtbarkeitsprobleme genetischer Natur. Diese können darin beruhen, dass der Rüde angeboren keine oder nicht ausreichend befruchtungsfähige Spermien produzieren kann. Im Zweifelsfalle kann eine andrologische Untersuchung, wie von uns oben im Kapitel des Rüden aufgezeigt, hier Aufschluß bringen. Es können angeborene Mißbildungen der Samenleiter vorhanden sein, bzw. angeborene Probleme beim Hodenabstieg. Es können beide Hoden in der Bauchhöle verbleiben oder nur einer davon. Ektopische Hoden gelangen beim Abstieg nicht in das Skrotum, sondern liegen in der Nähe dessen. Medikamente können ebenfalls Einfluß auf die Fruchtbarkeit üben. Viel häufiger für die Ursache von fehlender oder mangelhafter Fruchtbarkeit beim Rüden treffen wir allerdings Infektionen an. Die dafür verantwortlichen Erreger finden Sie oben aufgelistet unter Zuchthygiene . Die hier angeführten Bakterien sind im Kapitel Mikrobiologie genauer definiert. Fand ich noch vor Jahren bei Samenkontrollen kaum Pathogene vor, hat sich das Bild in letzter Zeit, vor allem bei von mir untersuchter Rasse, erschreckend geändert. Beim Rüden gibt es 2 Möglichkeiten, seine genitale Keimflora zu kontrollieren : mittels BU-Tupferentnahme aus dem Präputium oder wesentlich exakter direkt aus dem Samen. Zu beachten ist hiebei, dass in der Harnröhre Bakterien befindlich sind und bei einer bakteriologischen Samenbeurteilung die 2. Fraktion zu verwenden ist. Die erste Fraktion dient dem Rüden auch zur Reinigung der Harnröhre und wird daher das Bild ein wenig verzerren, wenn das erste Ejakulat mitverwendet wird. Allerdings muß ich dazu sagen, dass angeführte Pathogene auch in der Harnröhre eines gesunden Rüden nichts verloren haben. Die Ausnahme bildet hier Staph-Pseud-Intermedius, der immer wieder auch angehen wird, wenn der Hund ihn als Hautbewohner trägt. Die zweite Fraktion eines adulten, gesunden Rüden sollte weitgehend bis absolut steril sein. Und gerade hier mußte ich in letzter Zeit Ergebnisse erkennen, die sehr nachdenklich stimmen. Ein Ejakulat voll Entzündungserreger, Eiter- und Sepsiserreger ist natürlich nicht zu verwenden. Hier hat vor allem der Rüdenbesitzer Obsorge zu treffen, dass der angebotene Rüde keine Krankheiten überträgt. Daneben ist selbstverständlich zu erwähnen, dass Pathogene großen Einfluss auf die Fertilität des Rüden nehmen, Prostataentzündungen verursachen können, Verklebungen der Samenleiter und Hodenentzündungen. Die Fruchtbarkeit des Rüden kann aber auch von Bakterien beeinflußt werden, die direkt mit oder in der Samenzelle übertragen werden. Mykoplasmen (Canis und Kynos) setzen die Fertiltät der Spermien wesentlich herab und werden direkt in den Spermien während der Befruchtung in das neue Leben, sofern dieses daraus noch entstehen kann, übertragen. Ein Rüde kann sich auch während des Deckaktes bei einer infizierten Hündin anstecken. Er kann auch von Geburt an eine ungüstige Keimflora tragen oder sich auch im Kontakt mit anderen Hunden infizieren. Bei mangelnder Fruchtbarkeit eines Rüden ist nach meiner Erfahrung vorerst immer seine Keimflora zu prüfen und bei Verkeimung ist der Rüde umgehend aus der Zucht zu entfernen.

Störungen seitens der Hündin :
Auch bei der Hündin, wenn auch ausgesprochen selten, können angeborene Fertilitätsstörungen vorliegen. Es kann sich um Fehlentwicklung der Ovarien handeln, Mißbildungen oder Fehlen der Eileiter, Mißbildungen des Uterus, Fehlen eines Hornes, Fehlen des Gebärmutterkörpers und auch um verschiedene Formen des Hermaphrodismus, der auch beim Rüden äußerst selten vorzufinden ist. Des weiteren findet man bei Hündinnen häufiger Neoplasien der Ovarien, bzw. östrogeninduzierte und wiederum östrogenproduzierende Scheindenpolypen. Eine häufige Ursache für Leerbleiben der Hündin ist auch die inkorrekte Einschätzung des richtigen Deckzeitpunktes, bzw. kann der Rüde die 2. Fratkion auch während eines natürlichen Deckaktes zurückhalten. Die häufigste Ursache allerdings für mangelnde Fruchtbarkeit ist auch hier die Keimflora . Bei der Hündin wirken sich bakterielle Besiedelungen des Genitaltraktes weitaus schlimmer und nachhaltiger aus, als beim Rüden. Unter Keimflora des Hundes und Zuchthygiene finden Sie jene Bakterien, die auf der gesunden Vaginalschleimhaut anzutreffen sind, bzw. jene, die absolut dort nicht hingehören. Bis auf Staphylococcus Intermedius sind bei Vorfinden Pathogener am vaginalen Epithel diese unverzüglich zu beobachten. Früher vertrat man oft die Meinung einer hormonellen Pyometra der älteren Hündin. Nach meiner langjährigen Erfahrung auf dem Gebiet der Reproduktionsmedizin ist diese Ansicht falsch, bzw. unvollständig und ich erkläre dies weiter unten. Man macht auch bei der Hündin Unterschiede in Bereichen, an denen Pathogene vorgefunden werden. Dies gilt nur für einige, mäßig Pathogene bei Hunden, nicht jedoch für die hoch pathogenen Sepsiserreger und Seuchenbakterien. Hier davon auszugehen, dass diese Sepsiserreger doch nur im vorderen Bereich der Scheide zu finden sind, ist ein großer Fehler. Auch die Annahme, dass Bakterien den geschlossenen Muttermund nicht überwinden könnten, ist vollkommen falsch ! Die meisten Bakterien überwinden den cervikalen Bereich in wenigen Stunden und dringen bis in die Ovarien vor. In der Regel hat die Hündin einen gesunden Schutzmechanismus, der einerseits aus einer gesunden Keimflora, andererseits aus rasch reagierenden Makrophagen und Neutros besteht. Der Uterus einer gesunden, fruchtbaren Hündin ist vollkommen steril. Hündinnen, die wiederholt Pathogene oder bestimmte Pathogene an der Scheidenschleimhaut tragen, erkranken in der Regel auch sehr bald daran uterin. Es ist nicht der sich weitende Muttermund bei Verkeimung nun als Pforte für den Eintritt Hoch-Pathogener alleine, sondern vor allem das während der Läufigkeit günstige Milieu, aber vor allem das sich post ovulationem anbindende Progesteron. Durch den Progesteroneinfluß kommt es zur Verdickung des Endometriums und damit ist der Nährboden für Erreger, die vorerst nur an der Scheide waren, gestellt. Es kann sich damit sehr rasch eine Endometritis entwickeln und in eine Pyometra mit Glomerulonephritis übergehen. Allein eine Endometritis ist ausreichend, um die künftige Fertilität einer Hündin nachhaltig negativ zu beeinflussen bzw. zu vereiteln. Auf Grund der unterinen Entzündung bilden sich auch bei erfolgter Ausheilung oft Proliferationen am uterinen Epithel aus und Einnistungsmulden des uterinen Gewebes können dadurch schwer beschädigt werden, bzw. es kann sich eine Hyperplasie des Endometriums generell ausbilden. Allein das zunehmende Alter der Hündin, bzw. die Anzahl ihrer Läufigkeiten sind ein nicht zu unterschätzendes Risiko für Gebärmuttererkrankungen, eben aufgrund der zunehmenden Dicke des Endometriums. Die Pyometra der alten oder älteren Hündin ist daher nicht ausschließlich als hormonell zu betrachten, wenn auch progesteronindiziert, sondern ebenfalls immer eine bakterielle, schwere Infektion des Uterus-Epitheles. Infizieren kann sich eine Hündin während des Deckaktes, aber auch auf Hundewiesen beim Urinieren. Auch das Belecken der Hunde am Genital reicht bereits für die Übertragung gefährlicher Erreger inuteri. Duch Belecken vor dem Deckakt gelangen die Bakterien des Maules des Rüden in den Genitalbereich der Zuchthündin und hienach fndet man häufig Bakterien, die man dort sonst nicht antrifft, wie Pseudomonaden und Pasteurellen. Leider führen auch diese Erreger im Urogenitaltrakt zu schweren Infektionen mit teilweiser, lebenslanger Sterilität der Hündin, bzw. Nierenversagen oder Sepsis. Bei nicht zur Zucht heranzuziehenden Hunden, vor allem bei Hündinnen, ist die Kastration die einzige Vorbeugung für spätere, schwere Komplikationen. Andere bestimmte Erreger wiederum können den Urogenitalbereich der Hündin lebenslang besiedeln und eine Einnistung, bzw. bereits Befruchtung der Eizellen vereiteln. Die Toxine bestimmter Bakterien töten Spermien ab oder rufen eine mäßige Befruchtungsfähigkeit herbei, indem die Spermien aufgrund des giftigen Milieus an Beweglichkeit einbüßen und auch an Lebensdauer, somit erst gar nicht in den Sphinxter der Hündin gelangen. Auch hier hat sich in den letzten Jahren das bakterielle Bild der Scheidenflora erschreckend verändert. Nach meiner Erfahrung sind Hunde mit Verkeimungen aus der Zucht zu nehmen, da Abiosen die gesunde Keimflora nachhaltig schädigen und außerdem sehr häufig MResistenzen verursachen. Antibiosen lt. Abiogramm bleiben der infizierten Hündin bei Pyometragefahr, bzw. Vorliegen dessen, mit anschließender Kastration unbedingt vorbehalten. Eine Pyometra entsteht nicht Wochen nach der Hitze, sondern bindet sich immer und ausnahmslos in aller Regel direkt an die Läufigkeit an ! Die Keimflora der Hündin ist ebenfalls vor Zuchteinsatz zu überprüfen.

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