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Inhaltsverzeichnis
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Mikrobiologie - Mops

Nachstehende Arbeit geht näher auf verschiedene Bakterienstämme und Krankheitserreger ein, die vor allem seit dem regen Tierhandel und dem Import von Hunden aus Osteuropa zunehmend auch in Österreich Bedeutung finden. Viele dieser Erregerstämme hat es bereits vor dem Tierhandel aus Osteuropa in Österreich gegeben, allerdings sind diese besonders durch den Import von Tieren aus osteuropäischen Ländern in hohem Ausmaß u.a. auch nach Österreich eingetragen worden und viele dieser "neuen" Stämme weisen Eigenschaften auf, die wir bis dato in unserem Land noch nicht gekannt haben. Besonders auffällig ist die sich rasch verändernde Virulenz einzelner Stämme, darunter vor allem die Ausbildung von Resistenzen, wobei auch bereits multiresistente Infektionserreger zu uns importiert werden. In den folgenden Kapiteln sind die einzelnen Mikroben ihren Familien zugeordnet und im Inhaltsverzeichnis gereiht.

Bildmaterial aus diversen Labors, med. u. Forschungseinrichtungen ausschließlich für diese Artikel zum Zwecke des Verständnissen verwendet.

Nachstehende Erreger werden hier dokumentiert :
BORDETELLEN
BRUCELLEN
Brucella Canis
CLOSTRIDIEN
COCCIDIA
ESCHERICHIA COLI
GIARDIEN
MOXARELLEAE
MYKOPLASMEN
PASTEURELLEN
PSEUDOMONADEN
STAPHYLOKOKKEN
STREPTOKOKKEN



ESCHERICHIA COLI

Coli-Bakterien sind in der Regel harmlose und nützliche Bewohner der Darmschleimhaut, die eine sehr schnelle Zellteilung aufweisen und damit auch den Darm vor pathogenen Besiedlern schützen. Sie zeigen im Labor zielgerichtete Bewegung, sind gramnegativ und ernähren sich von Zucker und proteinogenen Aminosäuren (organische Verbindungen in Form von Makromolekülen, bestehend aus Eiweißbausteinen) und sind somit Eiweißzersetzer. Die Familie der Coli-Bakterien ist sehr groß und die meisten Vertreter dieser Gruppe werden für die Verdauung und die gesunde Immunabwehr vom Körper dringend benötigt.

NICHT HÄMOLYSIERENDE E.COLI:
Viele Coli-Stämme sind nicht hämolysierend (die roten Blutkörperchen nicht auflösend - wird am Ende bei Labortechnik bzw. Biochemie konkreter abgehandelt). Diese nicht häm. E.Coli findet man auf der Darmschleimhaut, häufig auch um das Areal des Afters des Hundes, sowie auf der geschlechtlichen Schleimhaut als harmlose Besiedler und gehören somit zur gesunden Schleimhautflora. In seltenen Fällen steigen diese nicht häm. Coli-Bakterien vom Darm ausgehend in die Organe, einschließlich in das Gehirn auf - dies allerdings nur, wenn das Immunsystem des Probanten schwer gestört ist (z.B.: sterbender Patient) bzw. bei primärer Lebensschwäche des Neonaten. Als Pathogene bzw. als Verursacher von Welpensterben sind diese Coli-Keime auszuschließen.

HÄMOLYSIERENDE E.COLI:
Unter hämolysierenden Bakterien, versteht man Mikroorganismen, welche die Erythrozyten (roten Blutkörperchen) auflösen. Verschiedene Stämme dieser Gruppe kommen immer wieder auch im Darm vor und müssen hier nicht zwingend pathogen sein (obwohl auch beim Hund die Coli-Dairrhoe nicht selten ist). Allerdings gilt es hier bei Zuchthunden vorsichtig zu sein ! Es gibt unter den Rüden Coli-Ausscheider, die bestimmte hoch pathogene häm. Colibakterien beim Deckakt auf die Hündin übertragen ! Gelangen diese in den Uterus, resultiert daraus immer eine Hämometra - blutig, eitrige Gebärmutterentzündung. Eine Behandlung ist hier schwer bis nicht möglich, da Antibiotika die Außenhülle bestimmter Subtypen nicht durchbrechen können, bzw. an diese nicht ausreichend herankommen. Des weiteren sind diese Erreger extrem toxisch. Gelegentlich scheiden einige Rüden auch über die Harnröhre häm. Coli aus, sodaß diese direkt im Spermienejakulat unter dem Mikroskop (Stäbchen sichtbar) vorgefunden werden. Während nicht häm. Coli-Bakterien im Uterusmilieu einfach zugrunde gehen, vermehren sich einige hoch pathogene hämolysierende Stämme massiv. Schon aus diesem Grunde wäre eine bakteriologische Überprüfung des Zuchtrüden kurz vor seinem Einsatz angebracht. Wird der Rüde allerdings nicht zur Zucht verwendet, ist lediglich eine Beobachtung dessen Keimflora angezeigt, von einer Behandlung ist in einem solchen Falle abzuraten. Gelegentlich treten immer wieder häm. Coli auf der Geschlechtsschleimhaut des Hundes auf, wenn man sie allerdings auch als pathogen und nicht dort hin gehörend ansehen muß ! Häm. Coli können die Darmschleimhaut hochgradig entzünden und letztendlich auch zum Durchbruch des Darmes mit letaler Peritonitis (Bauchfellentzündung) führen. Gelegentlich findet man diese Erreger auch außerhalb des Darmes und sie können hier für Infektionen des Harnapparates, der Haut des Hundes, sowie für Meningitis (Hirnhautentzündung) verantwortlich zeichnen. Tritt der Erreger in die Blutbahn ein, verstirbt der Probant an hämolysierender Septikämie. Als Schmier- und Schmutzinfektion kann er in kontaktiöser Form auf Hundewiesen - direkter Kontakt mit infizierten Hunden - erworben werden. Als gefährlicher Eiweißzersetzer stellt er einen gefürchteten Lebensmittelvergifter dar. Einige Subtypen von häm. E.Coli setzen wärhend der Antibiose, im Augenblick des Absterbens, ein Toxin (Gift) frei, welches die Nieren des Patienten irreversibel zerstört - Dialyse. Für Welpensterben zeichnet häm.E.Coli verantwortlich. Er führt bei den betroffenen Neonaten zur hämolysierenden Septikämie, wobei hier die Anämie des Saugwelpen mit gleichzeitiger Apathie auffällig wird. Ohne unverzüglichen Einsatz eines hervorragenden Giftblockers - Prognose infaust (immer tödlicher Verlauf).
Da manche Hunde als Dauerausscheider für häm.E.Coli auffällig sind, stellt dieser Erreger einen Problemkeim in der Zucht dar !

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STAPHYLOKOKKEN

Staphylokokken sind runde, unbewegliche, grampositive Kugelbakterien, die traubenförmig angeordnet sind.

KOAGULASENEGATIVE STAPHYLOKOKKEN :
Diese Bakterien bilden das Enzym Koagulase nicht und man findet die Vertreter dieser Gruppe auf der Haut des Hundes und sie stellen dort einen Teil der gesunden Flora und eines gut funktionierenden Immunsystemes dar. In aller Regel sind diese Keime nicht pathogen, außer nach immunsupprimierenden Behandlungen (Narkosen, Glucocorticoiden, Transplantationen). Hicht hämloysierende und hämolysierende Staphylokokken findet man ebenfalls zum Teil auf der Darm- u. Geschletsschleimhaut des Hundes und sie sind auch hier nicht als pathogen (krankmachend) zu werten.

KOAGULASEPOSITIVE STAPHYLOKOKKEN :
Die Bakterien dieser Gruppe produzieren Koagulase und zu den hämolysierenden Staphylokokken gehören pathogene Keime, wobei Aureus die höchste Pathogenität unter den Staphylokokken erreicht.

Hämolysierender Staphylococcus Pseudintermedius :
vormals Staphylococcus intermedius bzw. kurz Staph. intermed. ist hingegen ein opportunistischer Pathogener und Sepsiserreger, allerdings nur, wenn er in die Organe aufsteigt und in die Blutbahn gerät. Hier sind Hundebisse ein Risiko und die Bißstelle bedarf entsprechender präventiver Maßnahmen, da Staphylocuccus Pseudintermed. zur gesunden Hautflora des Hundes gehört, allerdings nicht in tiefere Gewebeschichten vordringen sollte.
Staphylococcus Pseudintermedius ist der Erreger der Staphylokokken-Follikulitis des Hundes. Auf diese Erkrankung wird noch speziell im Kapitel Hautkrankheiten eingegangen. Staph. Pseudintermed. wird auch auf der Schleimhaut des gesunden Hundes vorgefunden und sollte hier unter keinen Umständen einer Behandlung unterzogen werden. Gelangt er über den Deckakt in die Gebärmutter, stirbt er in aller Regel ab - Ausnahmen : immungeschwächte oder einer Antibiose unterzogene Tiere können dadurch an einer Staph. Pseutintermed. Pyometra erkranken. Dringt er in das Areal der Milchdrüsen der säugenden Hündin ein, führt er zur Staphylokokken-Mastitis. Für Welpensterben zeigt er nur indirekt verantwortlich, dringt aber als Sekundant (Begleitkeim eines schwereren Erregers) bzw. bei primärer Lebensschwäche in die Organe und in das Hirn vor. Staphylococcus Pseudintermedius ist in der Zucht absolut unproblematisch und sollte als Haut- und Schleimhautbesiedler niemals einer Behandlung unterzogen werden.

Hämolysierender Staphylococcus Aureus :
ist das schlimmste Bakterium der Familie. Staph.aureus ist immer als Pathogener zu werten und sollte auf der gesunden Haut und Schleimhaut des Hundes niemals als Dauerbesiedler vorkommen. Gelegentliches Auftreten sollte jedoch, sofern keine Erkrankung damit in Verbindung steht, keiner weiteren Aufmerksamkeit bedürfen. Staph.aureus ist ein böser Eiter- und Sepsiserreger und produziert ein Superantigen - "das toxische-Schock-Syndrom-Toxin". Staph.aureus ist auch ein Lebensmittelvergifter, wobei das eben erwähnte Toxin auch nach Erhitzen der Nahrung aktiv bleibt. Während bei eitrigen Infektionen mit Staph.intermed. der Erreger am Infektionsort anzutreffen ist, findet man Staphylococcus Aureus oft nicht am Ort der Symptomatik an. Ein weiteres Problem einiger Subtypen des Staph.aureus sind deren Eigenschaften, die natürliche Immunabwehr des Patienten zu blockieren. Diese Bakterien weisen auf ihrer Außenhülle Pigmente auf, welche die Oberfläche der Erreger wie ein Antioxidationsmittel gegen die Abwehrmechanismen der Leukozyten (weißen Blutkörperchen) schützen. Andere Subtypen treten nach amerikanischen Forschern kurzfristig in die Körperzellen ein, wobei sie diese Strategien auch während Antibiosen anwenden. Das größte Problem allerdings stellt der MRSA (multiresistente Staphylococcus Aureus) dar. Dieses Bakterium besitzt ein zusätzliches Penicillin-Bindeprotein und ist daher nicht mit beta-Lactamantibiotika behandelbar. Des weiteren verfügen die Vertreter der MRSA über spezielle Resistenzeigenschaften, die sie auch vor allen anderen Antibiotika schützen. Diese Eigenschaften erwerben diese Bakterien durch unkontrollierten Einsatz von Antibiotika bzw. durch fehlerhafte Antibiosen und entziehen sich damit künftig jeglicher Behandlung - auch bei Septikämien - Prognose danach infaust ! Für Welpenseptikämien zeichnet Staphylococcus Aureus primär verantwortlich. Prognose ohne sofortigen Einsatz eines hervorragenden Giftblockers immer infaust !

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CLOSTRIDIEN

Clostridien sind grampositive bis gramlabile, anaerobe, unbewegliche, sporenbildende Bakterien. Diese Keime sind ubiquitär - sie kommen in der freien Natur im Boden, Wasser etc.. vor. Es gibt verschiedene Gruppen, wovon ich nur die für den Hund bedeutensten hervorhebe :

CLOSTRIDIUM PERFRINGENS :
Bei diesen Bakterien unterscheidet man die Typen A, B, C, D und E. Als Pathogene haben nur Typ A und C Bedeutung, da diese über einen bestimmten Virulenzfaktor (Bildung von Toxinen) verfügen. Clostridium Perfringens produziert das Toxin Alpha, welches als Lecithinase auf den Fettstoffwechsel einwirkt und damit Zellmembranen zerstört. Clostridium perfringens Typ A und C produzieren als Virulenzfaktor ebenso Entero-Toxine, die zur Enteritis (Darmschleimhautentzündung) und Diarrhoe (Durchfall) führen. Sie sind Lebensmittelvergifter. Gelangen Typ A und C in tiefere Gewebeschichten, kommt es zum schweren Gewebezerfall - Gasbrand. Clostridien werden auch fallweise im Darm und Kot des Hundes nachgewiesen und müssen nicht primär pathogen sein. Sie können für Welpensterben primär verantwortlich zeichnen, treten meist jedoch als Zellzersetzer nach dem Tode des Patienten auf.

CLOSTRIDIUM TETANI :
kommt in der freien Natur - Erdboden - vor, produziert das Toxon "Tetanus" und verursacht als Krankheitsbild Wundstarrkrampf; wird eher beim Pferd, beim Hund sehr selten gesehen.

CLOSTRIDIUM BOTULINUM :
produziert das Botulinumtoxin und ist somit ein sehr schwerer Lebensmittelvergifter. Botulismus ist in der Regel tödlich und der Hund kann sich an Komposthaufen infizieren, an denen tierisches Eiweiß kompostiert wurde - dies ist unbedingt zu vermeiden.

CLOSTRIDIUM DIFFICILE :
scheidet das Toxin A, ein Enterotoxin aus, sowie das Toxin B, welches über eine zytolytische Wirkung (Auflösung von Körperzellen) verfügt. Dieser Erreger führt zur Darmschleimhautentzündung und Dairrhoe, die durch Antibiotikagaben induziert wurden.

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MOXARELLEAE

Moxarella ist ein gramnegatives Stäbchen, welches meist die oberen Luftwege besiedelt und hier für opportunistische Schleimhautinfektionen sorgen kann.

MOXARELLA CANIS und MOXARELLA CATARRHALIS :
erwähne ich hier herausgehoben, da diese für den Hund hinsichtlich Halsentzündungen, Bronchopneumonien und Tracheabronchitis verantwortlich zeichnen können. Es werden meist Tiere mit geschwächtem Immunsystem befallen und der Erreger ist auf Hundewiesen anzufinden. Eine Problematik für die Zucht resultiert daraus nicht, allerdings können vereinzelt immunsupprimierte Welpen daran erkranken und versterben.

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MYKOPLASMEN

Mykoplasmen und Ureaplasmen sind sehr kleine, parasitär lebende Bakterien, deren Nachweis im Labor oft nicht einfach gelingt. Diese Bakterien sind aerob bis anaerob, kommen in der freien Natur, sowie in verschiedenen Tierarten einschließlich des Menschen vor. Sie sind opportunistisch pathogen und verursachen bei immunsupprimierten oder starken Antibiosen unterzogenen Hunden verschiedenste Erkrankungen. In der Regel werden sie von einem gut funktionierenden Immunsystem, wozu auch eine gesunde Bakterienflora des Hundes gehört, abgeschirmt.

MYKOPLASMA KYNOS und MYKOPLASMA CANIS :
sind jene Stämme, die beim Hund eine Rolle spielen. Sie verursachen u.U. Erkrankungen der oberen Luftwege, der Lunge, können jedoch auch als Sekundanten bzw. als sekundäre Krankheitserreger nach Antibiosen oder Infekten anderer Natur zu Störungen in der Reproduktion und zum Welpensterben führen.

In der Regel stellen Mykoplasmen als parasitäre Mitbewohner des Probanten keine letalen Probleme dar.

Inhaltsverzeichnis MYKOPLASMOSE - Mops



GIARDIEN

Giardien (gespr.: tschadien) gehören als Einzeller zwar nicht hierher, ich möchte sie aber dennoch kurz abhandeln, da sie in Österreich zunehmend beim Hund an Bedeutung gewinnen. Giardien sind Einzeller, die parasitär im Dünndarm leben. Die Fortbewegung erfolgt durch eine Geisel.

GIARDIA CANIS :
hat für den Hund insoferne Bedeutung, daß er bei immunsupprimierten bzw. jungen Hunden zur massiven Besiedelung der Dünndarmschleimhaut führt und starke Diarrhoe verursachen kann. Giardien, normalerweise einfach zu behandeln, werden durch den zunehmenden Osthundehandel bereits auch in multiresistenter Form angetroffen. Giardien werden mit dem Kot ausgeschieden und überleben im Freien durch ihre nun vorliegende Schutzhülle über Monate in kontaktiöser (ansteckender) Form. Zoonotischer Effekt ist nachgewiesen (Übertragbarkeit auf andere Säuger einschließlich des Menschen). Der Erreger ist auf Hundewiesen verbreitet.

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COCCIDIA

Kokzidien gehören zu den Protozoen und leben als Sporentierchen parasitisch intrazellulär. Sie besiedeln den Magen-Darm-Trakt und verursachen Diarrhoe. In den Zellen des Magen-Darm-Traktes, der Leber und des Blutes vermehren sich Kokzidien ungeschlechtlich durch Spaltung. Nach dieser Spaltung bilden Kokzidien Geschlechtszellen aus und vermehren sich danach geschlechtlich. Die weiblichen Geschlechtszellen werden mit dem Kot des infizierten Hundes ausgeschieden. Außerhalb des Wirtes erfolgt wiederum eine ungeschlechtliche Vermehrung durch Spaltung, wobei die Kokzidien nun als hoch kontaktiöse Sporen vorliegen. Diese Parasiten haben ebenfalls mit Zunahme des Hundehandels vor allem aus Osteuropa auch bei uns zunehmend an Bedeutung gewonnen. In schweren Fällen kann diese Erkrankung vor allem bei Welpen auch zum Tode des Wirtstieres führen. Leider sind mit dem Handel auch schwer zu behandelbare bis resistente Stämme zu uns gelangt. Neben Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes kann Coccidia auch für Myokarditis (Herzmuskelentzündung), Enzephalitis (Entzündung des Gehirns), Myositis (Muskelentzündung) verantwortlich zeichnen, sowie bei graviden Hündinnen abortauslösend sein.

TOXOPLASMA GONDII :
ist der für den Hund gefährliche Kokzidienstamm. Bei immunsuppressiven Hunden kann es vor allem zu Erkrankungen des Respirationstraktes, Uveitis, Iritis und Retinitis Pigmentosa (Netzhautdegeneration) führen. Toxoplasmose wurde früher oft mit Staupe-Hunden in Zusammenhang gebracht. Tatsächlich kann der Erreger sehr lange unbemerkt in Trägerhunden, die als Dauerausscheider fungieren, überdauern und die Infektion bricht als erschwerende Begleiterkrankung oft bei anderen Infektionen bakterieller oder viraler Natur aus. Bei Staupe verschlechtert Toxoplasmose die Prognose vehement. Der Erreger ist auf Hundewiesen anzutreffen.

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PASTEURELLEN

Pasteurellen sind gramnegative, meist anaerobe Stäbchen-Bakterien. Von den Pasteurellen-Spezies ist für den Hund der

PASTEURELLA MULTOZIDA :
hervorzuheben. Er verursacht Infektionen der Atemwege, des Magen- und Darmtraktes und kann auch zu Septikämien führen. Eine Besiedlung des Genitaltraktes des Hundes ist ebenfalls möglich und er führt dann bei Reproduktionsversuchen zu Fruchtbarkeitsstörungen, wie fehlendes Einnisten der Morulae und zeichnet auch gelegentlich für Welpensterben verantwortlich. Er ist auf Hundewiesen erwerbbar. In der Zucht stellt er allerdings kein spezielles Problem dar.

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BORDETELLEN

Bordetellen sind gramnegative, aerobe, kokkoide Bakterien, die eine Erkrankung des Respirationstraktes verursachen können.

BORDETELLA BRONCHISEPTICA :
hat für den Hund unter den Bordetellen-Stämmen Bedeutung. Der Erreger ist auf Hundewiesen und Hundetreffen vorzufinden und kann eine zwingerhusten-ähnliche Symptomatik verursachen. Bei sehr jungen Welpen ist ein letaler Verlauf leicht möglich. Bordetella Bronchiseptica ist eine Zoonose (Erkrankung auch des Menschenmöglich). Er ist bei Hunden aus Tierhandel und Massenzuchten oft verbreitet.

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PSEUDOMONADEN

Pseudomonaden sind gramnegative, aerobe Stäbchen und sie sind ubiquitär (in der freien Natur vorkommend). Sie sind aktiv sehr beweglich und opportunistisch pathogen. Einige Pseudomonas-Stämme sind virulent und produzieren das Toxin "Tetrodotoxin", welches ein sehr gefährliches Nervengift darstellt. Ferner verfügen einige Subtypen von Pseudomonas über Virulenzgene, die ihre Außenhülle vor Antibiotika schützen. Sie besitzen Resistenzgene, die durch unsachgemäß durchgeführte Antibiosen trainiert werden !!! Bei hochgradigem Labornachweis von Pseudomonas species ist ferner zu bedenken, daß sich im Körper des Patienten (invivo) bereits eine Behandlungsunfähigkeit dadurch ergibt, daß dichte Pseudomonas-Kolonien über ihre Resistenzgene Biofilme (Schleim) bilden und dadurch für Antibiotika nicht mehr erreichbar sind.

PSEUDOMONAS AERUGINOSA :
ist für den Hund von Bedeutung und verursacht in der Regel bei immungeschwächten Tieren Bronchopneumonien, Otitiden (Entzündungen des Gehörganges), ist ein gefährlicher Organbesiedler und nach überstandenen Herzmuskelentzündungen kann das Herz irreversibel stark vergrößert bleiben bzw. dieser Erreger ist auch Verursacher sekundärer Organ- und Herzschäden. Der Erreger ist auf Hundewiesen zu finden und wird häufig bei Hunden aus dem Handel und aus Massenzuchten nachgewiesen. Für Welpensterben zeichnet der Erreger primär verantwortlich.

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BRUCELLEN

Diese aeroben Stäbchenbakterien sind gramnegativ und zoonotisch (beim Menschen als Maltafieber bekannt). Es gibt sehr viele Brucellen-Stämme, sogar bei Fischen wurden Unterarten dieses Bakteriums nachgewiesen. Allerdings ist nicht jede Brucellenart gleich pathogen und bei manchen Tieren als kaum pathogen einzustufen; - dies bedeutet, daß diese Tierarten mit ihren Burcellen sehr gut leben können, ohne Erkrankungen aufzuweisen oder Störungen in der Reproduktion zu durchleben. Der nicht immunsuppressive Hund hat als Carnivore eine natürliche Abwehr gegen die verschiedenen Brucellen-Species. Für den Hund pathogen ist in erster Linie

BRUCELLA CANIS :
Hier ist der Infektionsverlauf in den meisten Fällen subklinisch. In einigen Fällen wird der Hund durch kurzfristige Apathie, Fieber und Schwellung der Lymphknoten auffällig. Brucella Canis steigt mit rascher Geschwindigkeit in die Geschlechtsorgane - Ovarien und Testikel - auf und führt in einigen Fällen zu schweren Entzündungen der Geschlechtsorgane und daraus resultierender, lebenslanger Sterilität. Der Erreger ist hoch kontaktiös und zoonotisch und wird vor allem auch über Harn, Ejakulate, Läufigkeitssekrete und abortiertem Material übertragen. Eine Weiterzucht trotz Brucella Canis ist unter bestimmten Umständen möglich. Nach ca. 3-jähriger Bakteriämie, sofern keine Sterilität durch schwere Entzündungen eingetreten ist, können wieder Befruchtungen erfolgen, die lebensfähige Welpen entstehen lassen; allerdings sind diese Nachkommen wieder Dauerausscheider für Brucella Canis. Auffällig in solchen Würfen sind Mißbildungen der Neonaten und angeborene Herzfehler, sowie Spaltbildungen diverser Natur. Eine Sanierbarkeit (Ausheilung) des betroffenen Hundes ist bis dato nicht bekannt. Auf Grund der hohen Kontaktiosität wird zur Kastration geraten. Brucellose, auch die des Hundes, ist eine meldepflichtige Seuche ! Der Nachweis der Erkrankung gelingt ausschließlich gesichert nur mittels Antititer im Blutserum. Brucella Canis kann auf Hundewiesen erworben werden. Eine Zucht mit Hundebrucellose ist nicht möglich !

Brucella Canis

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STREPTOKOKKEN

Diese Bakterien sind kokkal (rundlich), grampositiv und in Ketten geordnete, aerotolerante Anaerobier. Alle Streptokokken-Species werden nach Lancefield in Gruppen eingeteilt, wobei für den Hund die Gruppe A, vor allem jedoch die Gruppe B agalactiae von besonderer Bedeutung ist. In beiden Gruppen befinden sich hämolysierende und nicht häm. Streptokokken, wobei bei den hämolysierenden zwischen Alpha-, Beta- und Gamma-Hämolyse unterschieden wird - dies möchte ich allerdings unter Labordiagnostik noch kurz abhandeln.

A-STREPTOKOKKEN (STREPTOKOKKEN DER LANCEFIELD-GRUPPE A) :
können den Hund meist über den Mensch besiedeln, sind allerdings in der Regel nur bei immunsupprimierten Hunden pathogen.

B-STREPTOKOKKEN (STREPTOKOKKEN DER LANCEFIELD-GRUPPE B) :
auch agalactiae genannt, sind die weitaus gefährlicheren Tierstreptokokken mit teilweise zoonotischem Effekt.

GAMMA-HÄMOLYSIERENDE STREPTOKOKKEN DER GRUPPE B :
sind nicht hämolysierende Streptokokken. Sie stellen einen Teil der natürlichen Schleimhautflora des Hundes dar und sollten einer Behandlung nicht unterzogen werden.

ALPHA-HÄMOLYSIERENDE STREPTOKOKKEN DER GRUPPE B :
sind opportunistische Pathogene und opportunistisch pathogene Sepsiserreger, wobei das Alpa-Toxin nicht so gravierend ist, wie das Toxin der Beta-Hämolysierenden dieser Gruppe. Diese Streptokokken können verschiedene Entzündungen verursachen und ebenfalls Entzündungen der Organe mit entsprechenden Folgeschäden. Beim Hund vereitelt dieser Erreger oft die Einnistung der Morula in die Gebärmutterschleimhaut und ist daher in der Reproduktion kontraproduktiv. Dieser Streptococcus stellt in der Zucht einen Problemkeim dar.

ß-HÄMOLYSIERENDE STREPTOKOKKEN DER GRUPPE B AGALACTIAE - BHS TYP G - STREPTOCOCCUS CANIS :
Dieser Erreger ist nach meinen Recherchen derzeit das schlimmste Bakterium, welches sich der Hund in Österreich zuziehen kann. Typ G ist hoch kontaktiös, auf Hundewiesen, Hundetreffen leicht erwerbbar und überaus schwer behandelbar. Wie Brucella Canis zieht er sofort tief in die Geschlechtsorgane ein und ist dort für Antibiosen kaum mehr erreichbar. Er täuscht das Immunsystem und entzieht sich damit der natürlichen Abwehr - die einzelnen Mechanismen sind bisher nicht erforscht. BHS Typ G vermehrt sich bei Temperaturen zwischen 24 und 40 Grad Celsius, wird darunter und darüber inaktiv und stirbt schließlich ab, was seinen Nachweis in toten Tieren bzw. zu untersuchendem Material erschwert bis unmöglich macht. BHS-G reagiert empfindlich auf Trockenheit und UV-Licht und ist daher in der freien Natur nicht überlebensfähig. In frischen Urinstellen - er wird auch mit dem Urin ausgeschieden - überlebt er einige Stunden in hoch kontaktiöser Form, ist weiters über Schnupperkontakte, Lecken an den Geschlechtsteilen, sowie beim Deckakt übertragbar. Streptococcus Canis ist höchst virulent, er verfügt über ein Superantigen - das "toxische Schock-Syndrom Toxin". Gelangt der Erreger in die Blutbahn, verstirbt der Probant meist innerhalb der ersten 18 bis spätestens 24 Stunden, wobei multibles Organversagen und meist Urticaria (Nesselsucht) auffällig werden. Prognose fast immer infaust ! Viele BHS-Typ G -Hunde leben mit diesem Erreger sehr lange als Dauerausscheider und erkranken manchmal erst im Alter an sekundären Herz- oder Organschäden bzw. an Paralyse der Hinterextremitäten, da BHS-G auch im Liquor des Rückenmarkes und in der Gehirnflüssigkeit nachzuweisen ist. Ein zoonotischer Effekt ist nicht sehr wahrscheinlich, allerdings nicht ganz auszuschließen.

Folgende Krankheiten können durch BHS-G ausgelöst werden :
Harnwegsinfektionen;
Wundinfektionen;
Meningitis (Hirnhautentzündung);
Pneumonien;
Sepsis - septisch toxisches Schocksyndrom - Tod innerhalb weniger Stunden;
eitrige Prozesse im Mund- u. Zahnbereich;
eitrige Otitiden (Entzündungen des Gehörganges);
eitrige Prozesse im Gehirn, der Leber, der Knochen u. ihrer Häute, der Gelenke;
nekrotisierende Sepsis;
nekrotisierende Fasziitis (Infektion er Haut- u. Unterhaut mit Nekrosen);
nekrotisierende Gewebesepsis - flesh eating bacterium - mit Amputation der Gliedmaßen;
Erysibel (Infektion der Oberhaut mit hochgradiger Rötung);
nekrotisierende Myositis (Muskelentzündung mit Gewebezerfall, die Muskelzellen betreffend);
Cornea Retinose = Retinitis Pigmentose (Netzhautdegeneration) durch streptokokken-gedriggerte Antigen-Antikörper-Reaktion;
eitrige Darmschleimhautentzündung mit oft nachfolgendem Durchbruch und Peritonitis;
Septikämien der Neonaten;
Puerperalsepsis;

Bei Eindringen des Bakteriums Typ G bzw. seiner ß-Toxine in die Blutbahn reagiert der Körper mit einem Gerinnungsfaktor. Dieser geht allerdings bald zur Neige und es kommt zu Blutungen. Typ G ist ein Sepsiserreger höchster Kategorie. Typ G kann auch zur eigenständigen Erhöhung des Östrogenspiegels,welcher durch die körpereigene Abwehr produziert wird, führen - Daueröstrus, kurze Östruspausen, auffallende Schwellung der Schleimhäute im Bereich der Geschlechtsorgane, auffallende Schwellung der Gonaden, der Prostata, der Samenleiter, eitrige Entzündungen mit irreversibler Verklebung der Samenleiter des Rüden und der Eileiter der Hündin, Pyometra, Leerbleiben, Fruchtresorptionen, Aborte, Totgeburten, Würfe mit sehr wenigen Welpen, lebensschwache Welpen und Welpenseptikämien mit beginnendem Nierenversagen oder Streptokokkenhepatitis der Saugwelpen mit totaler Nekrose der Leber innerhalb weniger Stunden, sowie hämolysierende Sepsis der Neonaten mit multiplem Organversagen. Prognose immer infaust !

Folgeerkrankungen durch Infektionen des Typ G - Streptococcus Canis :
akute poststreptococcale Glomerulonephritis durch Antigen-Antikörper-Komplex;
streptokokken-getriggerte Autoimmunerkrankungen - Antikörper, die ursprünglich gegen die Streptokokken und deren Toxine gebildet wurden, greifen die körpereigenen Zellen des Patienten an und zerstören diese irreversibel;
streptokokken-gedriggerte (durch Streptokokken verursachte) aplastische Anämie - Knochenmarksaplasie;
streptokokken-getriggerte Degenerationen der Nervenbahnen im Rückenmark;
streptokokken-getriggerte Encephalitis (Absterben der Hirnzellen durch Antigen-Antikörper-Komplex);
streptokokken-getriggerte Myositis (Muskelentzündung);
akutes rheumatisches Fieber (Streptokokkenrheumatismus - Herzerkrankungen mit Vergrößerung, schwerste Arthrosen);
Chorea minor (unkontrollierte Bewegungen durch Störung der Nervenbahnen);
Carditis (Entzündung des Herzens);
Endocarditis (Entzündung der Innenhaut des Herzens);
Meningitis (Hirnhautentzündung und Entzündung der Rückenmarkshäute);
bakterielle Plaque an den Gefäßinnenwänden (hohes Infarktrisiko bezügl. Hirn, Herz u. Organe);
erhöhte Allergiebereitschaft;

BHS Typ G - Streptococcus Canis gehört niemals zur Keimflora des Hundes und sollte auch nicht geringgradig am Nährboden angehen. Streptococcus Canis ist eine Hundeseuche, nicht meldepflichtig, da ein zoonotischer Effekt bezüglich des Menschen bis dato nicht direkt nachgewiesen wurde, verursacht jedoch schwerste Erkrankungen und ist mit den anderen Streptokokkenstämmen nicht zu verwechseln.
Streptococcus Canis stellt einen besonderen Problemkeim in der Hundezucht dar !

25.07.2016 : neue Erkenntnisse veröffentlicht unter : Mops - Bakterienkrebs , Rubrik Gesundheit Mops, Infektionsmedizin, über einen Subtyp von Streptococcus Canis, der bisher vollkommen unbekannte Eigenschaften aufweist mit verheerenden Folgen für Infizierte und dieser Erregersubtyp ist nicht mehr speziesspezifisch !

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BIOCHEMIE, PRÄVENTION, BEHANDLUNG

BIOCHEMIE :

Ohne entsprechende Untersuchungen können vorhin angeführte bakterielle Erkrankungen niemals gesichert nachgewiesen werden. In bereits verstorbenen Hunden bzw. Welpen ist es oft schwierig, den primären Verursacher ausfindig zu machen, da die hiefür verantwortlichen Erreger oft von Sekundanten bzw. nach dem Tode hinzugetretenen Eiweißzersetzern überwachsen werden - oft innerhalb weniger Stunden. Tote Tiere bzw. Welpen werden am besten bei 4 Grad Celsius aufbewahrt und möglichst schnell in ein Labor zur Untersuchung gebracht. Sinnvoller ist es, bereits vor einer Paarung die Zuchttiere auf potentielle Krankheitserreger untersuchen zu lassen, damit späteres Leid überhaupt vermieden werden kann. Aus diesem Grunde wird von der Hündin zu Beginn der Läufigkeit eine Tupferprobe entnommen und in einem entsprechenden Nährboden (für B-Streptokokken geeignet) eingebracht., der im Tupferbesteck bereits enthalten ist. Dieser BU-Tupfer muß innerhalb von 24 Stunden in einem Labor einlangen (Ärztekurrierdienst). Selbstverständlich muß auch der potentielle Zuchtrüde zu diesem Zeitpunkt einer BU-Tupferung unterzogen werden. Im Labor wird der Tupfer auf einer speziellen Anzuchtplatte (Petrischale mit entsprechenden Nährböden, je nach Verdacht des Erregers) aufgestrichen und in einem bakteriologischen Brutschrank bei optimaler Temperatur kultiviert. Nach 24 Stunden kann eine Differenzierung der Bakterien durchgeführt werden bzw. bereits die Antibiotikablättchen eingebracht werden.

Eine bekannte Methode der Labordiagnostik ist die Gram-Färbung. Sie stellt eine Praxis zur differenzierenden Färbung von Bakterien dar. Grampositive Bakterien erscheinen nach dieser Färbemethode dunkelblau, während gram-negative Bakterien ungefärbt bleiben. Diese Färbemethode bietet entscheidende Hinweise auf die unterschiedliche Struktur der Zellwände von Keimen und kann damit bereits prognostisch eine rasche Antibiose bei Septikämien einleiten, da grampositive und gramnegative Bakterien unterschiedlich auf Antibiotikaderivate reagieren.

Ein weiteres differenzierendes Verfahren stellt die Bestimmung des koagulierenden Verhaltens von Bakterien dar. Die Koagulase-Reaktion dient in der Mikrobiologie der Differenzierung zwischen apathogenen (nicht krank machenden) und pathogenen Erregern. Für die Koagulase-Auswertung werden Staphylokokken-Kolonien mit fibrinogen-haltigem Plasma verrieben. Dieses betrifft nur die Gruppe der Staphylokokken, da diese in der Lage sind, das Enzym Koagulase zu bilden. Koagulasenegativ bedeutet, daß diese Bakterien nicht pathogen sind und im Vorfeld ein Antibiogramm nicht mehr zu erstellen ist. Sollte es sich um koagulasepositive Staphylokokken handeln, flockt die Probe aus, z.B.: bei Staphylococcus aureus. Man bezeichnet dies als "clumping factor positiv". Dieser Effekt tritt deshalb auf, weil diese Bakterien das Enzym Koagulase produzieren. Sie umgeben ihre Außenhülle mit dem vom Bakterium selbst erzeugten Proteinen, die durch vom Bakterium vorerst produziertem Enzym Koagulase entstehen. Dadurch gelingt dem Bakteriologen ein schneller Nachweis (innerhalb von Minuten) bereits makroskopisch am Deckglas der Petrischale, ob pathogene oder apathogene Staphylokokken vorliegen.

Eine weitere Methode der Differenzierung von Bakterieneigenschaften findet sich im Hämolyseverfahren. Der Nachweis hiefür gelingt auf Blutagarplatten.
ALPHA-HÄMOLYSE : hier werden von den Bakterien keine Hämolysine produziert. Es kommt lediglich zu einem Kaliumverlust der Erythrozyten (roten Blutkörperchen). Am Blutagar wird durch die Reduktion des Hämoglobins eine grüne Färbung sichtbar. Die Erythrozyten bleiben meist intakt. Man spricht bei dieser Bakteriengruppe von den Vergrünenden.
ß-HÄMOLYSE : hier produzieren Bakterien das Streptolysin, welches eine echte Hämolyse bewirkt, wobei dei Erythrozyten vollständig zerstört werden. Es entsteht hier eine Aufhellung der Proben am Agar.
GAMMA-HÄMOLYSE : hier verfügen die Bakterien über kein Hämolyseverhalten und scheiden im Vorfeld als Pathogene meist aus. Dies ist die Gruppe der nicht hämolysierenden Bakterien.

PRÄVENTION :

Zuchthunde sollte von anderen Hunden zum Schutze von Krankheitserregern fern gehalten werden. Bereits vor dem Decken sollte von beiden Zuchthunden eine bakteriologische Untersuchung durchgeführt worden sein. Bei Vorliegen von Pathogenen, sollte mit diesen Tieren erst gezüchtet werden, wenn die Pathogenen über eine gezielte Behandlung und nachfolgende Untersuchung nicht mehr nachweisbar sind. Auf Hundeausstellungen sollten entsprechende Hygienemaßnahmen getroffen werden - Desinfektionsmittel, Betasten der Hunde nur jeweils mit frischen OP-Handschuhen. Auch in den Zuchtstätten müssen die hygienischen Bedingungen vorrangig sein. Antibiosen dürfen niemals präventiv durchgeführt werden, da sie immer zu schweren Störungen der natürlichen, bakteriellen Flora führen und bakterielle Folgeerkrankungen geradezu provuzieren, wobei eine weitere Behandlung meist erheblich erschwert wird. Eine überzeugende Maßnahme der Prävention stellt die künstliche Besamung dar u.a. auch, da die bakterielle Flora der Maulschleimhaut eine andere ist, als jene der geschlechtlichen und eine Eliminierung bestimmter Pathogener des Rachen- und Maulbereiches von Hunden nicht immer einfach gelingt. Zu Bedenken bleibt, daß bei einem Natursprung der Rüde bereits durch Beschnuppern der Hündin eventuell Staqph.aureus (häufiger Bewohner der Nasenschleimhaut), durch weiteres Belecken des Genitaltracktes der Hündin Bakterien des Zahnbelages in die Hündin einbringt, welche durch das Ejakulat dann bis in den Uterus gelangen. Auf diese Problematik wird im speziellen im Kapitel Reproduktionsmedizin eingegangen.

BEHANDLUNG :

Bei Vorliegen einer Infektion sollte ausschließlich nach Antibiogramm behandelt werden. Leider ist dabei zu beachten, daß Antibiotika, welche im Labor (invitro) als sensibel ausgewiesen wurden, im Patienten (invivo) das Bakterium oft nicht ausreichend erreichen. Im Labor kommen die pathogenen Erreger direkt mit dem Antibiotikum in Kontakt, invivo jedoch ist die Antibiotikum-Konzentration wesentlich niedriger und daher nicht gleichermaßen wirksam. Des weiteren verfügen Bakterien über die verschiedensten Strategien, sich einer Antibiose invivo zu entziehen - einige dieser Eigenschaften der Bakterien wurden von mir bereits bei den entsprechenden Bakterienfamilien abgehandelt. Antibiosen sollten niemals ohne Antibiogramm durchgeführt werden, da jede Antibiose Resistenzen nach sich zieht, auch wenn diese die gesunde Bakterienflora gegebenenfalls betrifft, so hat dies unter Umständen dennoch gravierende Folgen - z.B.: Hundebiß nicht mehr behandelbar, da harmloser Staphylococcus intermedius multiresistent wurde etc... .Antibiosen trainieren viele Bakterienstämme nur, statt diese zu eliminieren. Solche Stämme mutieren und verstärken ihre Virulenz !
Einige Stämme geben ihre Eigenschaften auch an verwandte oder andere Stämme weiter, wie dies bei den koagulasereaktiven Staphylokokken der Fall ist. Staphylococcus aureus - der Goldene - ist der Reaktionsfreudigste unter den Bakterien und ein versierter Lehrmeister für andere Staphylokokken-Stämme. Eine gesunde Zuchtstätte präventiv antibiotisch zu versorgen ist der größte Unfug, den man anstellen kann. Jede Antibiose vernichtet gesunde Bakterien und schafft Raum für entsprechende, resistente Pathogene. Auch bei lediglichem Auftreten von Pathogenen sollte erst eine Antibiose (nach Antibiogramm) erwogen werden, wenn eine tatsächliche Erkrankung am Patienten vorliegt. bzw. erst wenn der Erreger als potentiell hoch pathogen eingestuft wird. Eine Behandlung ist erst dann abgeschlossen, wenn eine nachfolgende bakteriologische Untersuchung die Elimination des Erregers beweist.

http://www.vetmeduni.ac.at/mikrobiologie



Brucella Canis



Die Hundebrucellose wird durch ein kokkoides (kugelliges), gramnegatives Bakterium meist auf dem Wege des Deckaktes, direkt im Ejakulat, mitunter auch durch Belecken von Ausscheidungen an den Geschlechtsorganen infizierter Tiere, über die Milch, Läufigkeitssekrete, Lochien und abortiertes Material übertragen. Die Hundebrucellose stellt eine Zoonose dar und gehört zu den meldepflichtigen Seuchen. Bei Kontakt mit der Schleimhaut durchdringt der Erreger diese, wird von den Makrophagen (differenzierte Leukozyten) aufgenommen und von diesen direkt in die Geschlechtsorgane, in die Lymphknoten, Leber, Milz und in das Knochenmark transportiert. Bei den inifzierten Tieren ist die Erregerausscheidung zu Beginn der Infektion am höchsten und nimmt im Anschluß leicht ab. Der Erreger wird allerdings ca. 2 Jahre lang ausgeschieden, dies bedeutet, dass die Trägerhunde 2 Jahre hindurch hoch bis kontaktiös sind. Bei Erstinfektion tritt in den kommenden 14 Tagen bis einem Monat die Bakteriämie ein - die Ausschwemmung der Brucellen über die Blutbahn in die Organe und Knochen. Ca. 3 Monate post infectionem beginnt die Bildung der Antikörper über die B-Lymphozyten.



Brucellen werden über die Phagozytose von den Makrophagen aufgenommen. Makrophagen sind Fresszellen (siehe auch : Immunsystem ), die Erreger direkt aufnehmen und in ihrem Inneren zerstören. Die zerstörten Partikel werden hienach, als für den Körper unschädlich, wieder freigesetzt. Den Prozess des Aufnehmens von Erregern durch Makrophagen bezeichnet man in der Molekularmedizin als Phagozytose. Die hiedurch aufgenommenen Brucellen können jedoch der Zerstörung in der Phagozyste widerstehen und werden über diese sogar zielorientiert transportiert und gelangen auf diesem Wege über die Blutbahn in die Organe.



Brucellen können sich allerdings über ihre Außenhülle dagegen schützen und werden von den Makrophagen transportiert. Die linke Abbildung zeigt sehr genau die Aufnahme eines Brucellose-Erregers in die Granula des Phagozyten.

Beim Hund verursacht der Erreger der Brucella Canis vorerst Entzündungen der Geschlechtsorgane, wobei in der Folge oft irreversible Sterilität folgt. Hündinnen verwerfen im letzten Drittel ante partem oder bringen lebensschwache Kümmererwelpen zur Welt. Aufgrund der immunologischen Reaktionen der Leukozyten können bei Feten Mißbildungen, vor allem Spaltbildungen auch des Herzens, entstehen.



Erreger des Brucella Abortus



Es kann auch zur massiven Entzündung nur eines Gonaden kommen. Dieser kann bis auf Tennisballgröße anschwellen.



Hunde, die sich mit Brucella Canis infizieren, zeigen nach anfänglichen Entzündungen, später kaum wesentliche Symptome, außer Reproduktionsstörungen. Dennoch gibt es auch immer wieder darunter Fälle, die an den Folgen dieser meldepflichtigen Seuche schwer erkranken und versterben. Länger an Brucellose erkrankte Hunde zeigen im fortgeschrittenen Stadium oft vermehrt Gelenksarthrosen und vor allem Spondylose.



Brucellen ziehen auch in das Knochenmark und seine Häute ein. Auch dort sorgen sie vor allem bei längerem Bestehen der Infektion für Entzündungen der Knochen, des Markes, der Gelenke und der Wirbelkörper an der Wirbelsäule. Aufgrund der Entzündungen bilden sich Osteophyten. Dies sind entzündlich, degenerative Veränderungen an den Gelenksenden, dort, wo die meiste Beanspruchung des Gelenkes vorliegt. Es entstehen vermehrt Arthrosen auch an den Wirbelkörpern der Wirbelsäule. Da der Erreger auch nach Österreich getragen wurde, sollte bei auffälligen Arthrosebildungen oder vorzeitiger Spondylose auch an Brucellose gedacht werden.

Des weiteren bilden die Erreger der Brucella Canis bei längerem Bestehen der Infektion in verschiedenen Organen und Gewebebereichen Granulome. Dies sind knotige Gewebeneubildungen.



Auch in den Knochen, im Knochenmark und den Gelenken können zum Teil kleine bis sehr große Granulome aufgrund der chronischen Entzündung entstehen.

Die anfängliche Bakteriämie kurz nach Erstkontakt mit dem Erreger kann auch für den infizierten Hund mitunter sehr rasch letal enden, bzw. auch eine über Wochen bis Monate hingestreckte Gehirnentzündung verursachen.



Eine Zucht mit erregerinfizierten Beständen ist unter wiederkehrenden Abiosen soweit möglich, dass Würfe vereinzelt erzielt werden, deren Welpen hoch kontaktiös sind. Die Brucellose unterliegt dem Seuchengesetz in Österreich. Eine Zucht mit infizierten Tieren ist strafbar !



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